Seit dem 19. Juni 2026 müssen online abgeschlossene Versicherungen digital widerrufbar sein. Kunden widerrufen im Kundenkonto oder über ein öffentliches Formular, der Widerruf wird mit ihrer Erklärung wirksam. Der Innendienst schließt den Vorgang mit der Mitteilung an den Versicherer ab.
Einstieg: Vorgänge > Widerrufe und die Karte „Widerrufe“ auf der Startseite. Erfordert die Freischaltung für die Instanz und das Recht, alle Verträge zu bearbeiten.
Widerruf einrichten
Für jedes online abschließbare Produkt, mit dem Recht, die Systemeinstellungen zu bearbeiten:
In der Produktverwaltung die allgemeinen Einstellungen des Produkts öffnen.
„Widerruf für dieses Produkt erlauben?“ auf „Ja“ stellen.
Unter „Widerrufsfrist (Tage)“ die Frist eintragen, Vorgabe 14 Tage nach § 355 BGB.
Speichern.
Die Frist wird beim Abschluss am Vertrag gespeichert. Wird sie später verkürzt, gilt für bestehende Verträge die alte Frist.
Die öffentlichen Abschlussstrecken sollten die E-Mail-Adresse des Kunden abfragen. Dorthin gehen Widerrufslink und Bestätigungen. Widerrufe zu Verträgen ohne E-Mail-Adresse landen in der manuellen Prüfung.
Wie Kunden widerrufen
Im Kundenkonto: „Widerrufen“ in der Vertragsansicht, solange die Frist läuft. Nach einer Sicherheitsabfrage ist der Vertrag widerrufen.
Über den Link aus der E-Mail: Mit dem Abschluss und etwa einen Tag danach („Erinnerung: Ihr Widerrufsrecht“) erhält der Kunde einen Link zum vorausgefüllten Widerrufsformular.
Über das öffentliche Formular: „Vertrag widerrufen“ in der Kopfzeile der Kundenplattform führt zu „Widerruf einreichen“. Der Kunde gibt Vor- und Nachname, Vertragsnummer, Abschlussdatum und Kontakt-E-Mail an. Erklärt ist der Widerruf erst mit dem Klick auf den Link der Bestätigungsmail an die Vertragsadresse.
Praecura setzt den Vertrag dann auf „Widerrufen“ und benachrichtigt Kunde, Ansprechpartner und Unternehmen, ohne Schritt in der Verwaltung.
Manuelle Prüfung
Diese Widerrufe landen mit dem Stand „Manuelle Prüfung“ in der Liste, der Ansprechpartner erhält die E-Mail „Widerruf — manuelle Prüfung erforderlich“:
nach Ablauf der Widerrufsfrist,
ohne zuordenbaren Vertrag,
zu Verträgen ohne E-Mail-Adresse,
zu Produkten ohne eingerichteten Widerruf,
ohne Klick auf den Bestätigungslink innerhalb von 24 Stunden.
Ein Hinweis in der Vertragsansicht nennt Anlass, Eingangsdatum, Versand der Bestätigungsmail und den Grund des Kunden. Nicht zugeordnete Widerrufe ordnet „Zuordnen“ in der Startseiten-Karte einem Vertrag zu.
Nach Rücksprache mit dem Kunden „Widerruf abschließen“ oder „Widerruf ablehnen“ wählen. Bei Ablehnung bleibt der Vertrag aktiv, der Kunde erhält „Ihr Widerruf konnte nicht bestätigt werden“, optional mit Grund.
Auch nach Fristablauf lässt sich ein Widerruf annehmen, etwa bei fehlerhaften Pflichtinformationen bis zwölf Monate und 14 Tage nach Abschluss.
Versicherer informieren
Bis die Mitteilung an den Versicherer ausgelöst ist, zeigt der Vertrag „Widerruf bestätigt — Abschluss ausstehend“.
Im Hinweis „Widerruf abschließen“ wählen.
Den Versicherer des Vertrags auswählen.
Die Rückfrage bestätigen. Praecura schickt die Mitteilung „Widerruf“ an den Versicherer, der Vorgang steht auf „Abgeschlossen“.
Widerruf in der Verwaltung erfassen
Telefonische oder schriftliche Widerrufe werden in der Vertragsansicht erfasst, auch nach Fristablauf:
„Widerrufen“ wählen. Der Dialog zeigt die Widerrufsfrist.
Die Bestätigungsadresse und optional einen Grund eintragen.
Unter „Versicherer benachrichtigen“ den Versicherer wählen, dann ist der Vorgang sofort abgeschlossen. Ohne Versicherer steht die Mitteilung noch aus.
Stände eines Widerrufs
| Stand | Bedeutung |
|---|---|
| Warten auf Bestätigung | Formular abgeschickt, Bestätigungslink noch nicht geklickt. |
| Bestätigt | Vertrag widerrufen, Mitteilung an den Versicherer steht aus. |
| Manuelle Prüfung | Ein Sachbearbeiter entscheidet. |
| Abgelehnt | Widerruf abgelehnt, der Vertrag bleibt aktiv. |
| Abgeschlossen | Der Versicherer ist informiert. |